koenigdeswortreichs.de https://koenigdeswortreichs.de/blog/ Fri, 24 Jul 2026 03:58:03 +0000 de-DE hourly 1 Urlaub beginnt im Kopf https://koenigdeswortreichs.de/blog/urlaub-beginnt-im-kopf/ https://koenigdeswortreichs.de/blog/urlaub-beginnt-im-kopf/#comments Fri, 19 Apr 2024 09:37:34 +0000 https://koenigdeswortreichs.de/blog/urlaub-beginnt-im-kopf/ Weiterlesen

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Ich stehe gerade weinend am Strand “Playa de Las Canteras”.

“Jetzt bin ich hier schon über 3 Wochen in diesem Paradies und erst heute fühlt es sich wie Urlaub an? Fuck.”

Damit dir sowas nicht passiert und du direkt nach Feierabend, am Wochenende, im Urlaub oder sogar während der Arbeit Urlaubsgefühle hast, will ich das hier mit dir teilen.

Weiter unten hab ich dir meine effektivsten 8 Methoden dafür aufgeschrieben.

Ich wünschte, ich könnte mir diesen Text zu Beginn meines Urlaubs durchlesen. Naja, wat solls. (Ich bin übrigens selbstständiger Copywriter / freiberuflicher Autor)

Jesus kann Wein, ich kann Texte. Und schreibe eigentlich alles, aber nicht für jeden.

Websites, Social Media Content, Sticker, Flyer, Ads. Für Einzelpersonen, Agenturen, usw.

Warum steht jetzt dieser 30-jähriger Copywriter weinend an einem 3 km langen Strand einer Insel, mit Palmen, Surfern und 28 Grad?

Zuallererst, an alle Männer

Sagen wir lieber an alle Menschen: Es. Ist. Okay. Zu. Weinen.

Das ist so verdammt menschlich. Wir bestehen (eine Sichtweise) aus Schwingungen und Emotionen. Tränen sind ein natürlicher Prozess der Verarbeitung unseres Systems. Tränen bestehen aus einem Hormon-Cocktail, dessen Inhalte u n b e d i n g t rausmüssen. Also: Lass sie raus. Oder lässt du etwa die Nudeln im heißen Wasser, wenn die raus wollen? Ne, siehste.

Jede Emotion hat eine Aufgabe.

Jede Emotion hat eine Nachricht.

Jede Emotion ist ein Geschenk.

Zurück zum Kernthema

Erstmal meine Definition für Urlaub:

Urlaub = Leichtigkeit

Urlaub = Freiheit

Urlaub = Sicherheit

Gründe für weniger Urlaubsgefühle:

Gedanken in der Zukunft oder in der Vergangenheit.

Sorgen um etwas machen, was du nicht ändern kannst.

Etwas ändern wollen, aber nicht anfangen.

Und jetzt:

8 Wege für Urlaub im Kopf

(Meine Worte ersetzen weder die Behandlung eines Arztes/Therapeuten noch Medikamente)

1. Realitätscheck

Macht dein Gehirn wieder Unfug und lässt dich unwohl, unsicher oder panisch fühlen? Schau dich einfach um:

Kein Krieg. Keine Gefahr. Keine Sorge. 

Alles easy. Kannst durchatmen. Du überlebst. 

Grundvoraussetzung für Leben und Freude.

2. Bauchatmung

Atme tief in deinen Bauch hinein. Dadurch stimulierst du deinen Vagusnerv (Nervus vagus) und sorgst für direkte Entspannung. Kreise dazu noch mit deiner Hand und sanftem Druck über deinen Bauch. 

Wiederhole für eine kurze Zeit. Du entscheidest, wie lange <3.

3. Dankbarkeit

Sei verdammt nochmal dankbar für das, was du hast. Es ist nicht selbstverständlich, eine Wohnung zu besitzen. Geschützt und versichert zu sein. Einen Job zu haben und dir Gemüse, Reis, Auto, Schuhe, Shirts, Abos, Schmuck, Handy usw. zu kaufen. 

Sei einfach dankbar für alles Selbstverständliche. Täglich.

4. Vergleichen

Aber nur mit dir selbst. Mit dir selbst, als es dir weniger gut ging. Als du krank warst, keinen Job hattest, in tiefer Trauer warst oder panische/depressive Zustände hattest. Bei mir kommt dann sowas, wie: “Oh nice. Gerade geht’s mir ja doch ziemlich gut.” 

Wenn du dich mit anderen vergleichst, hast du entweder direkt verloren oder einen Ansporn, besser zu sein. Choose wise <3 

Erinnere dich einfach immer daran, dass du mit 100 % Selbstwert geboren wurdest und nichts tun musst, um geliebt zu werden. Nichts, hörst du? Du bist schon perfekt <3

5. Fokus

Und zwar nur immer auf den nächsten Schritt. Befindest du dich zu weit in der Zukunft, bei Schritt 23, kommst du ins Schwitzen, weil du keine Ahnung hast, wie du das machen sollst. Aber keine Ahnung zu haben, ist gut. Denn die bekommst du genau dann, wenn es so weit ist. 

Also, lehn dich zurück. Step by Step. Ich glaube, du weißt, was dein nächster Schritt ist, oder? Dann go.

6. Hier & Jetzt

Ähnlich, wie Punkt 1 und 5. Wenn du gedanklich in der Vergangenheit bist, bereust du evtl. etwas. Oder du ärgerst dich. Oder schämst dich. Lass das, ehrlich. Bringt nix. Wenn du es dennoch nicht lassen kannst, reflektiere bewusst diese Situationen und werde dadurch klüger und freier.

Wenn du gedanklich in der Zukunft bist, sorgst du dich. Oder hast Angst. Bist im Stress oder in Ungeduld. Wenn du jedoch im Hier & Jetzt bist (uuuuui, das wird jetzt heftig), dann nimmst du folgendes wahr: Schönheit, Dankbarkeit, Lebendigkeit, Frieden. Wunder. Freude. Uuuuuund so weiter.

Nutze all deine Sinne und mache deinem Verstand, deinem Körper und deinen Emotionen klar: Wir sind sicher und volle Kanne lebendig.

7. Mach es

Hast du unerledigte Aufgaben? Mach es.

Wäsche? Lernen? Sport? Mach es.

Einkaufen? Telefonat? Mach es.

Mach es. Mach es. Mach es.

Dann ist es aus deinem Kopf und du hast sofort mehr Freiheit.

Wenn du es nicht direkt, morgen oder in ein paar Tagen erledigen kannst, mach es, wenn es soweit ist. Und sorge dich heute nicht um die Probleme von Morgen. Schreib dir das für Morgen auf und weg damit, tschüssi.

8. Zulassen

Lass erstmal alles zu, was da ist. Jede Emotion. Ja, auch die “schlechten”. Es gibt übrigens keine schlechten Gefühle. Angst ist eine Chance, mutig zu sein. Trauer ist die Erinnerung an schöne Momente. Hass ist eine Chance, zu vergeben.

Du kannst dafür Sachen sagen, wie:

“Ich nehme alles an, was da ist.”

“Es ist okay, so viel zu fühlen.”

“Mir geht’s gut, wenn ich alle Emotionen zulasse.”

“Jede Emotion ist ein Geschenk und hat eine Nachricht für mich.”

Kämpfe nicht gegen dich selbst an, wenn du Emotionen unterdrückst. Die wollen raus, wie Welpen mit Druck auf der Blase.

Bonus Tipp: Lächeln

Jap, einfach so. “Lukas, ehrlich. Mir gehts schlecht. Ich bin nicht zum Spaß hier.” Doch das bist du.

Du bist auf der Welt, um Freude zu erfahren. Zu spüren und zu verteilen.

Der Effekt des Lächelns: Wenn du (ohne einen Grund) lächelst, ahmst du mit deinem Mund die Bewegungen nach, die deinem Gehirn signalisieren “Oh, hier hat gerade jemand gute Laune. Das unterstütze ich mal Hormonen”. 

Zack, peng: gute Laune.


So .. Lass das erstmal sacken. Speicher dir den Beitrag. Lies ihn dir später noch mal durch. Oder teile ihn. Es gibt immer Menschen, die sowas brauchen. 

Es kann natürlich sein, dass es dir so schlecht geht und dein Thema so ernst ist, dass meine Worte dir lächerlich vorkommen. Du kannst dich dennoch bei mir melden, wenn dir was auf dem Herzen liegt. Wir schaffen gemeinsam eine Lösung <3


P.S.: Warum ich geweint habe? Weil ich unter dem Druck der Selbstständigkeit fast zerbreche. Aber jedes Mal, wenn ich auf die Fresse fliege, fang ich mit blutigem Mund an zu grinsen und freu mich auf den nächsten Fall. Denn nur so kommst du voran: Fallend. Viele sagen immer "Ich will fliegen lernen". Ich sage: Ich will besser fallen.

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Das einfache und pure Insel Leben https://koenigdeswortreichs.de/blog/das-einfache-und-pure-inselleben/ https://koenigdeswortreichs.de/blog/das-einfache-und-pure-inselleben/#comments Fri, 29 Mar 2024 10:00:00 +0000 Reise https://koenigdeswortreichs.de/blog/das-einfache-und-pure-inselleben/ Weiterlesen

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Der halbtote Rennradfahrer

Neben mir auf der Terrasse vom Pura Vida Hostel auf Gran Canaria ein schnarchender und scheinbar in sekundenschnelle alternder Mann. Er liegt in voller Rennradmontur auf einem Haufen Sitzsäcke. Sein Körper an die Säcke angepasst. Dünne, altbraune Lederhaut und Tattoos, die mindestens vor meiner Geburt gestochen wurden (P.S.: Ich bin 30). Seine langsamen Bewegungen ähneln die eines Beamten, wenn die Abteilungsleiter mal nicht im Büro sind. Seine grauen, kurzen Haare und sein freundliches, ruhiges, aber sehr müdes Gesicht haben Geschichten erlebt und Geschichte geschrieben.

Ist das seine letzte Radtour hier? Fühlt sich für mich so an. Und für ihn vielleicht noch mehr. Wenn ich mich morgens über meinen Rücken beschwere, würde er sich drüber freuen, dass es nur der Rücken ist. Aber er sieht dennoch fit aus. Also .. körperlich .. irgendwie. Seine Ausstrahlung hingegen verliert an Licht.

Ich hab mich übrigens vertan. Er liegt hier nicht in kompletter Rennradmontur. Jetzt, wo er von dem Sitzsack Haufen auf die Couch wechselt, sehe ich seine Hose. Orange, lang, stoffig. Wie aus einem Räucherstäbchen- und Steineladen. Sieht gemütlich aus. Den Luxus der Gemütlichkeit hat der gute Herr sich beim Radfahren auch allemal verdient.

Er fährt (wenn du das wissen willst) ein schwarzes, schickes, Bike. Heutzutage nennt man die Dinger, Gravel-Bikes.. oder so. Auf jeden Fall von Sepcialized. Jutes Ding.

Dünner Instantkaffee aus einer gelben Plastiktasse

Ich war übrigens schon ne Runde am Strand joggen. In Boxershorts. Weil ich meine Badehose verloren habe. Aber bei der Größe, war das klar. Ist nämlich so’n Eierkneifer, in schwarz. Meine Kumpels nennen die auf jeden Fall so. Oder “schnelle Buxe”. Oder “Daddy-Shorts”. Ich mag sie. Dynamisch und perfekt für Beine, die volle Kanne braun werden wollen. Neben dem Rennen in den ankommenden Wellen hab ich den Boden weiter nach unten gedrückt. 100 Mal. Liegestütz wie ein Profi. Beim Laufen hatte ich je einen schweren Stein in der Hand. Danach meditierte ich und gab meinem Körper ca. 40 tiefe, saftige, erfrischende und belebende Atemzüge in den Bauch hinein. Studien sagen, dass dies dein Leben bis zu 7 Jahre verlängern kann: Jeden Tag bummelig 8 Minuten eine bestimmte Atemübung. 8 Minuten für 7 Jahre? Deal.

Nagut, das mit dem Meditieren war ein wenig geflunkert. Denn vor mir fing eine Surferin an, sich neben ihrem Board zu dehnen. Jap, auch sowas ist Meditieren. Fokus auf einen Arsch.. äh Punkt. Fokus auf einen Punkt.

Und jetzt sitze ich auf der Terrasse, mit dünnem Instantkaffee aus einer gelben Plastiktasse. Markus Rühl würde jetzt sagen: "Muss net schmegge, muss wirke."

Warum trinke ich dünnen Kaffee? Weil das Hostel nur dünnen Kaffee hat? Nee. Dünn, weil ich nach meinem fetten 6-Eier-Avocado-Paprika-Cheddar-Toast-Koma-Omlett noch ne zweite Tasse trinken wollte. Kaffee gibt meinem ADHS System nen kleinen Kick, den ich mir gerne abhole. Auch wenn ich auch liebend gerne ohne auskomme. Aber mit ist manchmal einfach nicer. Warum trinkst du eigentlich Kaffee? Wach werden? ADHS-Dopamin-Kick? Über die Jahre antrainierte Gewohnheit? Hinterfrag das mal (hinterfrage überhaupt alles und kick das aus deinem Leben, was sinnlos ist).

Rostige Gewichte und Kunstrasen anner Wand

Unter meinen Füßen und hinter mir am Rücken klebt Kunstrasen. Immerhin Rasen. Unser Gehirn kann eh nicht zwischen Gedanken und Realität unterscheiden.

Weißt du, was der Unterschied zwischen Realität und Wirklichkeit ist? Let me know.

Also gefällt mir der Rasen hier eigentlich ganz gut. Besser als Beton oder Schotter. Ich habe aber auch noch nie losen Schotter an ner Wand gesehen, Du?

Auf der mir gegenüberliegenden Seite der Terrasse liegen 9 rostige Gewichtsscheiben á 1,5 und 2 Kg. Und eine Kurzhantel. Hauptsache Gewicht, würde Markus Rühl wieder sagen, Hauptsache Gewicht.

Oh, eine Langhantel liegt auch noch versteckt unter der Bank. Und die Bretter der Bank sehen aus wie in Wasser aufgeweichte und dann gebogene alte Latten eines Bettes. Aber gemütlich sind sie. Ich sitze nämlich auch auf ihnen. Sehr gemütlich.

Pablo und die Steckdose

Mein Laptop leistet hier brutale Leistung. Der zieht die Gran Canaria Sonne nämlich wie einen Magneten an und wärmt sich Grad für Grad immer weiter auf. Sein Ziel? Kernschmelze.

Mein Akku ist gleich alle. Vielleicht sollte ich hier mal Solarpanels installieren. Das Ladekabel liegt zwar neben mir, aber ohne Steckdose ist das alles so sinnvoll wie n Besen in ner Wüste. Sara, eine deutsche Volunteer .. oder Voluntair? Egal. Sie hat mich hier gestern jedenfalls an meiner Anreise herzlich und strahlend empfangen. Also, Sara meinte, “Wir haben auf der Terrasse ne Steckdose.”

Wahrscheinlich ist die neben dem scheintoten und hustenden Rennradfahrer. Ich lasse ihm seinen letzten Frieden. Geben wir ihm mal einen Namen. Was hältst du voooon .. Pablo? Mir gefällt Pablo. Pablo wirkt auch so, als ob er von seiner Ehefrau flüchtete und nach irgendwelchen Antworten sucht. Oder einer neuen Frau. Wahrscheinlich wäre das für ihn das Gleiche.

Never Stop Dreaming

Ich verziehe mich mal in mein 4-Bett-Zimmer, in dem muckelige Tropentemperaturen herrschen. Natürlich ohne Klimaanlage, sondern mit einem sehr fleißigen, schwarzen, alten Ventilator. Ich teile das Zimmer mit Joe.. oder John? George? Ein Engländer auf jeden Fall. Ein echter chilliger Dude. Liebt jede Art von Sport. Und unter mir im Hochbett chillt ein spanischer Architekt. Wir beide haben seinen Namen vergessen.

Er erzählte mir von seinem Traum: “Large piece of land on which I want to build a village, with lots of small projects. Building everything step by step.”

Klang wundervoll. Ich glaube, er hat das Zeug dazu. Als er sagte: “But it’s just a dream, man.”, sprach ich ihm ins Herz zurück: “Bro. It’s YOUR DREAM. Never stop dreaming. Do it. Please. As you told me: Step by Step.”

Ich wünsche mir, sein nächster Schritt ist zum Greifen nahe und er gewinnt an Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen.

Pura Vida

So heißt das Hostels und bedeutet so viel wie “Das pure Leben”.

Ist wohl ein bekannter Spruch aus Spanien, sagte mir Sara. Sara schreibt man übrigens mit “h” am Ende, wie sie mir später noch frech grinsend erklärte. Also.. S a r a h.

Pura Vida.. Das ist es für hier auch wirklich. Pur, echt, authentisch, liebevoll, reich an Geschichten und lächelnden Gesichtern. An den Wänden hängen Karten von Gran Canaria und den anderen Kanarischen Inseln. Selbstgemalte Bilder. Echt schöne und lebendige. Viele Flyer für Ausflüge über die Insel oder Kurse für Yoga und Surfen. Surfboards lehnen an der Wand und “Simply the Best” läuft gerade im Radio. Love it. Pura Vida eben.

Daher auch dieser Artikel. Hat er einen Kern? Sicher. Den verrate ich dir aber nicht, hehe. 

Vielleicht wirst du ja selbst herausfinden, was meine Intention hierfür ist. 

Wenn du vollkommen das Brett vor deinem Kopf hast: text me.

Genaaaau hier: Text Lukas.

Oder hier ↓

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Warmes Spanien, kaltes Deutschland https://koenigdeswortreichs.de/blog/warmes-spanien-kaltes-deutschland/ https://koenigdeswortreichs.de/blog/warmes-spanien-kaltes-deutschland/#comments Sat, 27 Nov 2021 13:46:00 +0000 Reise https://koenigdeswortreichs.de/blog/warmes-spanien-kaltes-deutschland/ Weiterlesen

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Kalt ist nicht immer schlecht..


Mit Hunden auf dem verschneiten Feld spielen


Aber:


Mein Leben lang lebte ich in Deutschland. Im Norden, im kalten, windigen und rauen Norden. Man könnte mich fast schon als einen modernen Wikinger bezeichnen. 27 Jahre lang erlebte ich jedes Jahr die 4 Jahreszeiten Deutschlands. Beginnend mit einem schüchternen und zarten Frühling. Über den grünen Frühling kann man sich eigentlich nicht beschweren, da er nichts Großes verspricht. Leicht ansteigende Temperaturen und eine farbenfrohere Welt.

Manchmal ist der Frühling

schon frühzeitig sehr warm und viele Menschen gehen raus, genießen die wohlige Wärme oder gönnen sich ein kleines Sonnenbad in der Mittagspause bei der Arbeit. Oft ist der Frühling aber lange kalt und lässt die Hoffnung auf den folgenden Sommer lange warten. Bis es auf einmal für zwei Wochen schön warm und das Hoffnungsfeuerwerk in den Köpfen aller Staunenden geschossen wird. Dies sollte der Startschuss für den Sommer sein, aber nicht in Deutschland. 

Wie bei jedem Feuerwerk, ist die Dauer der kunterbunten Freude relativ kurz. 

Es kommt gerne vor, dass danach die Temperaturen runter gehen, es beständig regnet und die Menschen sich wieder nach drinnen und in sich selbst verziehen. Die Sommer hier bei uns, gerade im Norden sind unzuverlässig und sehr oft von kurzer Dauer. Wenn der Wetterbericht einem das gute Wetter verspricht, wird alles in Bewegung gesetzt dies auch vollkommen nutzen zu können. Die Arbeit wird halbherzig erledigt, Termine werden verschoben, das vorgekochte Abendessen wird nicht angefasst und die Einsendeaufgabe für das Fernstudium wird später angefangen. 

Wann später? Irgendwann, nur nicht dann, wenn es mal warm ist im kalten Deutschland. Und bei einer versprochenen Woche beständiger Sonne bleibt es selten. Entweder schleicht sich frech der Regen ein oder Wolken schieben sich über den Himmel und unsere anfangs gute Laune. Somit sind wir oft verärgert, niedergeschlagen und genervt. Und da spreche ich bloß vom Sommer. 


Sonnenuntergang am Strand in Laboe im Sommer


Die anderen Jahreszeiten 

meinen es auch nicht gut mit uns. Denn nach einem meist unbefriedigenden Sommer folgt ein nasser und stürmischer Herbst. Man könne meinen, dies sei der zweite Sommer, da er sich von den Temperaturen oft ähnelt. Mehr Regen, stärkere Winde, weniger Tageslicht und nasse Schuhe und Hausflure beschreibt den deutschen Herbst. 

Wir kommen aus einem unbefriedigenden Sommer in einen Herbst, der die Laune der Deutschen noch mehr verdüstert als Straßen mit defekten Laternen. 

Heruntergezogene Mundwinkel und zusammengekniffene Augen sieht man kaum leuchtend in der Stadt, da das innere Feuer auf Sparflamme flackert. Hinter beschlagenen Autoscheiben wärmen sich die grimmigen Mienen den kälter werdenden Körper auf, der sich so sehr nach Sonne und ihrer Wärme sehnt. Wir wissen nämlich was nach dem unbefriedigenden Sommer und dem nassen Herbst folgt. 

Es sind die Vorstufen zu unserem milden und grauen Winter. Dieser beginnt mal im September, mal im Februar. Auf einen jährlich gleichen Start können wir uns nicht verlassen. Und eine Garantie für eine weiße Weihnacht gibt es auch nicht. Bloß kalte, nasse Füße, leere Bäume und triste Tage. 

Der einzige volle Baum ist der zu Heiligabend. Und darunter liegen Geschenke, die einem die innere Sonne auch nicht entflammen lassen. 


Diese grauen Tage 

enden dann frühzeitig in dunklen, langen Nächten, wo wir uns in unsere Zimmer bei Duftkerzen und Wein verkriechen. Morgens dürfen wir dann das Eis vom Auto kratzen und mit kalten Fingern zu einem Beruf fahren, den wir liebend gerne hinschmeißen würden. Wenn es mal schneit, sorgen die für einen Winter milden Temperaturen dafür, dass der Schnee ein ungebetener Gast ist, und sie verwandeln ihn zu Wasser. 

Und das Wasser verbindet sich aus Groll mit all dem Dreck der Straßen. Die beiden bedecken, statt dem weißen Schnee, dann die Stadt mit einer zähen Suppe aus Zigarettenstummeln und Hoffnungslosigkeit. Das Haar in der Suppe ist dann das kleinste Übel. Nach all dem Trübsal beginnt zwischen März und Juni wieder der schüchterne und zarte Frühling. Oft schneit es im April noch, obwohl wir dann schon lange bereit sind für auflockernde und hoffnungsvollere Temperaturen. 

Somit leben wir jedes Jahr in Ungeduld und Unzufriedenheit. Die meisten von uns Deutschen. Oder zumindest die, mit der lautesten Stimme. Die, die sich beschweren, aber nichts ändern. Die, die täglich zynisch und mit einer stets viel zu kurzen Zündschnur aufwachen und sich als Lebensaufgabe das Versprühen grimmiger Minen und schlechter Launen gesetzt haben. 

Schlechte Tage sind Teil eines vollständigen Lebens


Die Artisten zorniger und enttäuschter Mimik. 

Die Gemeinschaft wird hier klein geschrieben und viele verschreiben sich dabei noch. Deutsche wollen immer mehr und immer etwas anderes, obwohl doch alles, was nötig, in uns ist. Die Ressourcen für eine barrierefreie und wolkenlose Mentalität finden wir in uns. Als Schatz. Nicht einmal großartig versteckt, aber die meisten suchen gar nicht oder an den falschen Stellen oder mit den falschen Mitteln. Und wundern sich dann, dass sie nicht das finden, was ihnen hilft. 

Und daraus entsteht dann Ungeduld. Und aus Ungeduld entsteht Verdruss. Und aus Verdruss entsteht Wut. Und dann ist jeder auf jeden wütend und sucht die Schuld beim Nächsten. Aber nie bei sich selbst. Denn es gibt immer jemanden, dem man die Schuld zusprechen kann. Das ist einfach. Das geht schnell. Das machen viele. Und wer wütend ist, kann keine Liebe zulassen. 

Und Liebe bedeutet Wärme. Und Wärme bedeutet Vertrauen, Geborgenheit und Gemeinschaft. 

Und wo ein Land in Wut und Kälte denkt, ist kein Platz für Gemeinschaft. Ein Land bricht durch seine eigene Mentalität auseinander und nur wir selbst können etwas dagegen unternehmen. Aber dafür haben die meisten keine Zeit, da sie sich über die kalten Finger beim Eiskratzen der zugefrorenen Autoscheiben oder den Verkehr zur nervigen Arbeit aufregen. Und wenn wir schon bei der Arbeit oder in uns selbst keine Liebe und kein Glück erfahren, muss sich dies erkauft werden. 

Und diese meist unnötigen Geschenke liegen dann unter dem Baum zu Heiligabend. Somit entsteht ein nie endender und gefährlicher Wettkampf um die schönsten Kleider, die schnellsten und lautesten Autos, das teuerste Essen oder die luxuriöseste Uhr am Arm. Das ist Deutschland. Deutschland lebt vom Wetter. Wie jedes Land. 

Palmen, Sonne und Lachen in Spanien


Bienvenidos a España

Anders ist da Spanien. Spanien liegt viel südlicher. Spanien hat mehr Küsten, mehr Strände. Mehr Sonne und beständigere Temperaturen, bei denen man gerne draußen lebt. Spanien, wo Strände „Costa del Sol“ (Küste der Sonne) oder „Playa de Santa Ana“ (Strand der heiligen Anna) heißen. Spanien, wo man ab 20:00 Uhr erst Essen geht und sich lange draußen aufhält. Das ist Spanien, das ist Leben, das ist Freude. Die Spanier passen sich dem Wetter an. Sie betreiben viele Freizeitaktivitäten in der Natur und erfreuen sich an goldenen Sonnenstrahlen und den klaren, blauen Himmel. 

Fast das ganze Jahr, wenn man weiter in den Süden Spaniens wandert, kann man sich täglich von der Sonne erfüllen und bräunen lassen. Ein fast ewiger Sommer. Oder ein überwiegender Frühling, wenn man weiter im Norden wohnt. Auf jeden Fall ein ewiger Frühling im Herzen der Spanier. Ein wichtiger Teil der Kultur besteht darin, sich abends draußen zu treffen und zusammen an Tischen zu sitzen, Tapas mit Wein oder Nüsse mit Bier zu genießen. Dabei halten sie heitere Gespräche, lernen sich besser kennen oder hören Geschichten von Freunden, die von ihren Freunden und deren Geschichten erzählen. Wer wo einen geheimen Strand entdeckt hat oder wo man ungestört den schönsten Sonnenuntergang bewundern kann. 

Surfen in Spaniens Sommer am Meer


Spanien ist belebt, Spanien ist beliebt, Spanien ist pure Freude. 

Es wird hier nicht nur die Haut erwärmt, sondern viel mehr das Gemüt und der Geist der Menschen. Die Laune wird angehoben, so wie die Weingläser beim Anstoßen auf ein schönes und leichtes Leben. 

Im Süden Spaniens 

sinken die Temperaturen genauso wenig wie heutige hochmoderne Kreuzfahrtschiffe. Die Spanier erledigen ihre Arbeit in Ruhe. Die Zeit spielt eine freundschaftliche Rolle, statt eine feindliche. Denn dort muss man sich nicht beeilen, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf Druck zu erhaschen. Dort scheint die Sonne öfter, länger, beständiger und für alle. 


Der Frühling in Spanien 

ist direkt da und zeigt was er kann. Er bietet lange und warme Tage und lässt sich nicht kleinkriegen. Wolken hindern ihn nicht daran alles zu geben, was er im Repertoire hat. Der spanische Frühling motiviert die Menschen die Natur zu erkunden oder mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Somit sind viele schon vor der Arbeit ausgeglichen und haben neben ein paar Fettzellen auch ihre eventuell schlechte Laune verbrannt. Und der Sommer zieht die Temperaturen noch mal um einiges an. Man geht automatisch raus, weil der gesamte Körper mit all seinen Phasern spürt und weiß, wie wichtig Vitamin D3 ist, wie wichtig das Zusammensein mit anderen Menschen ist. Lebendigkeit und Geselligkeit. Frohsinn und Heiterkeit. Freude und Balance. Das sind die Säulen des Sommers in Spanien.

Und somit auch die Säulen des Geistes der Menschen, die dort leben. 

Kalte Getränke und rhythmische Musik lassen das Tanzbein wilde Kreise ziehen und malen wundervolle Bilder in der Luft. Und da sich jeder gerne in der Wärme bewegt und wilde Kreise zieht, berühren sich die Kreise aller und verbinden sich zu einem gewaltigen, nie endenden Gemälde. Es wird Kunst erschaffen. 

Kunst durch Gemeinschaft, Kunst durch Liebe, Kunst im Moment und Kunst für die Ewigkeit.


Der Herbst im Süden Spaniens

ist genau so attraktiv und belebend. Denn der Sommer reicht ihm die Hand und flüstert ihm ins Ohr, was die Menschen glücklich macht. Was die Menschen verbindet und was den Menschen so sehr guttut. Und der Herbst versteht es. Er übernimmt die Leichtigkeit des Sommers und verbreitet diese in den nächsten Monaten. Weitere Getränke werden kaltgestellt und Snacks vorbereitet. Sonnenuntergänge werden genossen und die Getränke und Snacks geleert. Livemusik tropft Farbkleckse auf die Leinwand der Gesellschaft und erzeugt somit ein buntes, kulturelles solidarisches Bild in den Köpfen aller, die draußen sind. All jener, die sich mit- und untereinander am wohlsten fühlen. All jener, die lieber draußen mit Freunden lachen, singen und tanzen, statt auf etwas besseres zu warten, was nicht kommt, wenn man nur wartet. Es kommt, wenn man aktiv etwas dafür in Bewegung setzt und den Willen hat, wohlgesonnen und hilfsbereit zu sein. 

Das ist Spanien. Spanien lebt vom Wetter. Probleme gibt es hier genau so viele wie in Deutschland, nur werden Lösungen motivierter und als Gemeinschaft gesucht und gefunden und dann gezielt und nachhaltig eingesetzt. Und da die Menschen öfter draußen in der Natur sind, haben sie eine viel innigere Beziehung zu unserer Welt und deren Schätze. All die Wunder, die uns zugänglich sind, wollen sie genießen und erhalten. Haben die Menschen eine stärkere Verbindung zu unserer wundervollen Welt, sind sie mehr in der Balance

Sie bekommen mehr zurück, als sie geben können. Sie finden, ohne etwas zu suchen. Sie geben ohne etwas zu wollen. 

In Spanien wird nicht als Einzelperson gedacht, sondern als Gemeinschaft. Und eine Gemeinschaft sorgt sich umeinander. Eine Gemeinschaft bewegt mehr als eine einzelne Person. Und das wissen die Spanier, das wissen die Menschen, die unter der Sonne leben und die Sonne nicht nur auf der Haut, sondern auch im Herzen tragen. Und somit tragen sie ihre Herzen auf der Zunge und auf der Hand und erschaffen neben den natürlichen Wundern auf der Welt, Wunder in zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Beziehung untereinander ist also um ein Vielfaches höher als im kalten, ja fast schon emotionskalten Deutschland. Die Solidarität wird in Spanien groß und richtig geschrieben.


Menschen helfen 

sich von Grund auf gerne und meinen es ernst, wenn sie dich fragen: „Wie kann ich dir helfen?“. 

Sowas hört man in Deutschland leider selten, bis gar nicht. Ausnahmen gibt es immer. In Deutschland hieße der Satz „Wie kann ich mir helfen?“ oder „Was haben die anderen gegen mich?“ oder „Warum immer ich?“. Und damit stehen wir bei einem großen Problem in der jetzigen Phase. Warum gehen Menschen gegen andere Menschen an, statt ihnen zu helfen? Warum ist man sich selbst wichtiger als der andere? Warum tragen wir die Sonne nicht in unserem Herzen, sondern warten auf sie vergebens von außen? Warum sind wir immer enttäuscht, obwohl wir doch wissen, dass sie nicht jeden Tag bei uns ist? Warum akzeptieren wir nicht jedes Wetter wie es kommt, statt dies zu verachten? 

Warum suchen wir die Probleme immer bei den anderen, anstatt in uns selbst auf die Suche zu gehen? 


Meditation am Atlantik zum Sonnenaufgang


Warum arbeiten wir nicht zusammen 

für ein stärkeres, gemeinschaftlicheres Uns? Warum legen wir nicht mal all unsere Schuldsprüche und schlechte Laune beiseite und nehmen uns Zeit für uns? Warum ist es so schwer, sich einzugestehen, dass die Verantwortung bei uns selbst liegt und nicht bei den anderen? Denn die anderen kümmern sich um sich und nicht um dich. Denn die anderen wollen von dir nichts hören, denn die sind damit beschäftigt sich über das schlechte Wetter über und in unseren Köpfen aufzuregen. 

Es sind immer die anderen, die schuldig sind für unsere Laune. Aber was wäre, wenn wir vom Ich zum Uns wandern? Was wäre denn, wenn wir unsere Freude teilen, statt auf dieser in unseren Zimmern zu sitzen, während wir auf besseres Wetter warten? Was wäre, wenn wir endlich mal verstehen, dass wir das Wetter von außen nicht verändern, aber akzeptieren können? 

Was wäre, wenn wir endlich mal verstehen, dass wir das Wetter in unseren Köpfen verändern können? 

Wir sind so oft damit beschäftigt uns über die inneren Wolken, Stürme und Regenschauer zu beschweren, dass wir eines in dieser Enttäuschung vergessen. Wir sind sowohl für das schlechte als auch für das gute Wetter in unseren Köpfen verantwortlich. Wir selbst tragen die Verantwortung. Und wenn mehr Menschen verstehen, dass wir für unsere Sonne im Kopf selbst verantwortlich sind, entsteht ein gemeinschaftliches Wetter in den Köpfen aller. 


Eine Sonne über der Gemeinschaft. 

Eine wolkenlose und hilfsbereite Gemeinschaft, die zusammen an einem Strang zieht. Wenn wir endlich mal verstehen, dass man als gut funktionierende Gemeinschaft so viel mehr erreichen kann, ist allen geholfen.  

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Es ist doch einfach https://koenigdeswortreichs.de/blog/es-ist-doch-einfach/ https://koenigdeswortreichs.de/blog/es-ist-doch-einfach/#comments Fri, 24 Sep 2021 12:49:00 +0000 Mensch https://koenigdeswortreichs.de/blog/es-ist-doch-einfach/ Weiterlesen

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Es ist einfach, weil viele lachen. Und lachen ist gesund. Es ist leicht, weil viele mitmachen. Und Gemeinsamkeiten stärken das Gruppengefühl. Einer ist schwach, aber mehrere? Eine große Gruppe kann viel bewegen. 3, 25 oder 130? Je größer die Gruppe, desto schwerer die Gegenwehr. Ihr habt selbst schon mal die Magie der Gruppendynamik gesehen und erlebt. Es macht eine Menge Spaß, man fokussiert sich auf ein Ziel und geht mit voller Kraft darauf zu. Und jeder hat immer mal wieder Sprüche drauf, die der andere noch nicht kennt. Und so bilden sich viele neue Insider und Schlüsselworte. Und das gemeinsame Lachen und Spaß an einer Sache haben, lässt dich die Zeit vergessen, aber wer denkt schon daran was in 10 Jahren sein wird. Es führt Menschen zusammen und zeigt, wer zusammenpasst und wer nicht. 

Aber einer verliert immer

Zwischen all dem Lachen fällt gar nicht auf, dass einer nicht lacht. Es fällt gar nicht auf, dass nach all dem Lachen eine unsichtbare Stille folgt, die bloß einer deutlich sieht. Und noch viel deutlicher spürt. Aber es ist doch schön, wenn Momente für ewig geschrieben werden und man sich an sie noch erinnert, wenn man älter wird. Wie schön doch das Lachen klingt, wenn mehrere zusammen und auf einmal lachen. Was für eine Dynamik. Was für ein Rausch. Was für ein einbrennendes und einschneidendes Erlebnis. Ja, diese Momente, wo alle lachen, nur der eine nicht, prägen das Leben und nehmen die Freude. Freude am Leben und Freude an Freunden. 


Viele Menschen, aber keine Menschlichkeit

Wisst ihr, wie tief sich Worte in eine junge, allein gelassene, verletzte Seele hineinschneiden und Wunden hinterlassen können, die fortan das Denken und Handeln eines Menschen beeinflussen? Beeinflussen.. lenken.. erschweren.. verdunkeln.. leiden lassen. Wisst ihr, was „harmlose Worte“ mit einer Seele anstellen, die gerade dabei ist sich selbst zu finden? Sich zu entdecken, Menschen und „Freunden“ zu vertrauen, weil es zuhause keinen Halt gibt? Weil es kein zuhause gibt, zu dem man gerne heimkommt? 

Immerhin ist man nicht im Heim, aber Heimat nenne ich das zuhause auch nicht. 

Also ist doch alles gut, wenn man sich mit den ärmeren Seelen vergleicht. Aber nein, keine Vergleiche, kein Gegenüberstellen. Denn es gibt nun mal über 8 Milliarden verschiedene Lebenswege. Aber diese eine kleine Seele, die versucht in einer Gruppe ein Teil zu sein. Anhang, Halt, Vertrauen und Wertschätzung zu finden. 

Die alles tun würde, um nicht allein über den Schulhof zu gehen und dennoch alle Blicke zu spüren. 

Die schon fast aufgegeben hat, etwas zu wollen, zu verlangen oder sich zu wehren? Die eine Seele ist allein. Ihr wisst es nicht. Nein, natürlich nicht. Denn ihr wart ja selbst noch Kinder. Ihr wisst nicht, was es für brutale Auswirkungen haben kann, wenn man jemanden mobbt. Wisst ihr, wie sich Mobbing anfühlt? Wenn man jemanden verbal und nonverbal Schäden zu fügt? Jemanden verletzt und missachtet? Nein, ihr wisst es nicht. Denn wenn ihr es wüsstest, würdet ihr es natürlich nicht machen. Oder? Was wäre wenn? Was wäre bloß aus diesem Menschen geworden, wenn ihr nicht über, sondern mit ihm gelacht hättet.

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Ist das des Teufels Werk? https://koenigdeswortreichs.de/blog/ist-das-des-teufels-werk/ https://koenigdeswortreichs.de/blog/ist-das-des-teufels-werk/#comments Thu, 01 Jul 2021 12:24:00 +0000 Persönlichkeit https://koenigdeswortreichs.de/blog/ist-das-des-teufels-werk/ Weiterlesen

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Was ist, wenn du weinen möchtest, es aber nicht kannst

Was ist, wenn deine Augen feucht werden, aber mehr auch nicht. Was sind schon Tabletten, die einem das Schöne vorgaukeln, wenn du lieber ohne wärest, du aber weißt, dass du ohne viel weniger bist. Nur eine unsichtbare Hülle voller Schuld, Reue, vergeudeter Zeit und Leid. Leid darüber, dass du nicht weißt wer du bist, wenn du diese Tabletten nimmst. Und viel schlimmer noch, wer wärest du ohne all die Scheiße. Du nimmst nicht nur Tabletten, sondern ganz andere Dinge, die viel versprechend klingen und viel versprechen. Und dann doch nichts halten, was sie versprechen, weil sie nach wenigen Momenten schon wieder verflüchtigt sind, wie ein Tropfen voller Hoffnung und Euphorie auf den Dünen einer Wüste. Denn dieser eine Tropfen hält dich genau so wenig am Leben, wie die scheiß Tabletten. Du vergehst von innen, aber merkst es natürlich nicht, weil die Tabletten dir etwas vorlügen, damit du ruhig bist. Das ist, was du sollst, ruhig sein. Denn du bist ein Fehler in der teilweise eklig kranken Gesellschaft.


Ins System passen und keine Beschwerden haben

Aber ich möchte gerne mit Beschwerden leben, denn die kann ich dann mit eigener Kraft beheben und danach leichter leben. Aber wo ist die Kraft aus eigener Motivation. Und von wo käme die denn eigentlich? Welche Leistungen versprechen mir diese Kraft? Welche Erfolge? Ich habe genug Erfolge, Glück und Liebe von meiner Familie und meinen liebsten Freunden. Aber das zählt nicht. Rein theoretisch schon, aber die Depression sagt Nein und dann ist es auch ein Nein! Was kann ich schon dagegen ausrichten, wenn sich eine Depression, die es mit Millionen Menschen aufnehmen kann, gegen mich stellt. Und die Tabletten helfen nur dann, wenn du mit ihnen zusammen arbeitest. Nichts gegen sie, ich nahm in meinem Leben viele Tabletten. Gegen meinen Willen und gewollt. Sie können dir helfen, wenn du sie weise nutzt. Aber es ist doch eigentlich ein Zeichen, wenn etwas nicht gerade läuft, wie angetrunkene Menschen oder? Denn wenn ich glücklich mit dem wäre was ich täte, käme sie nicht, die dunkle, alles verschlingende Depression. 


Ich hasse sie. Oder sollte ich sie lieben? Dankbar sein? 

Das bin ich im jetzigen Moment nicht, aber ich weiß, dass sie mir irgendwo hilft, denn mit dem Licht folgt der Schatten. Nach dem Schmerz folgt die Heilung. Nach der Angst folgt der Mut. Die Depression bekleidet mich mit all ihren dunklen Gewändern ohne zu fragen, ob ich sie tragen mag oder ob ich damit gesehen werden möchte.

„Aber, aber, mein kleiner Junge. Die anderen sehen doch gar nicht was ich dir zu tragen gebe. Das behältst du schön für dich oder willst du, dass jeder weiß, dass du Fehler in deinem Leben gemacht hast?“

„Ich? Fehler? Ja, ich tat einiges, was ich bereue, aber das half mir doch irgendwann später sehr viel weiter und ich konnte damit anderen helfen, zählt das etwa nicht? Kann ich durch mein Leiden nicht das der anderen lindern, verhindern sogar? Funktioniert nicht so ein Teil des Lebens? Geben und nehmen? Ich gebe Freude und nehme dafür das Leid auf mich? Und überhaupt war ich nicht alleine am Hebel der Fehler tätig, sondern es wurden viele Taten falsch begangen und ich musste dafür büßen. Das ist nicht fair, ich weiß das, aber auch das nahm ich hin...“

„Nein! Du hast die Fehler, die dich jetzt zu der falschen Person gemacht haben selbst zu verschulden. Und du flehst dich im Spiegel an, du sollst doch mal wieder lächeln. Du stehst für alles alleine ein, denn du bist selbst deine Schuld, deine Reue und deine Schande!“


Und mit den Worten wusste ich,

dass die Depression lügt. Niemand ist alleine Schuld an einer Tat. Es gibt immer Einflüsse von außen und immer Menschen, die einen begleitet oder gelenkt haben. Vielleicht braucht die Depression auch mal eine Umarmung, weil Liebe immer die Lösung ist. 

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Meine Depression und Ich https://koenigdeswortreichs.de/blog/meine-depression-und-ich/ https://koenigdeswortreichs.de/blog/meine-depression-und-ich/#comments Thu, 01 Jul 2021 12:19:00 +0000 Persönlichkeit https://koenigdeswortreichs.de/blog/meine-depression-und-ich/ Weiterlesen

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Lukas: Ist hier jemand? Jemand, der weiß, wie ich mich fühle und warum ich fühle? Jemand, der das gleiche kennt? Jemand, der mich abholt und sagt „Die Reise wird eine voller Gefühle und neuer Ansichten"?

Depri: Hey.

Lukas: Hey, wer ist da, wer sind Sie?

Depri: Du kannst mich ruhig Duzen, ich bleibe länger bei dir. Gewöhn dich daran. Ich bin ein Gefühl, was du gesucht hast. Nachdem du gefragt hast. In deinem Leben, aber besonders in den letzten Jahren, wollte ich immer wieder zu dir, aber du hast es nicht zugelassen. Die Müdigkeit. Die Antriebslosigkeit. Die Sucht. Das Abstumpfen deiner Gefühle. Dein Licht ging langsam aus und du dachtest bloß es ist Nacht. Eine schier ewige Nacht. Aber nun hast du es geschafft.

Lukas: Okay, hey. Was für ein Gefühl habe ich gesucht? Und warum hast du es erst jetzt geschafft? Ich suche doch schon so lange nach einem tieferen Sinn und wahren, erfüllenden Gefühlen.

Depri: Es ist kein bestimmtes Gefühl, mehr eine Intensität oder Seltenheit. Und warum erst jetzt? Na weil du zuvor beschäftigt warst. Du hattest eine Freundin, wohntest noch in deiner Heimat und alle deine Freunde waren stets um dich. Es war selten still um dich herum. Außerdem hattest du noch eine größere, heilere Familie und gingst naiver durchs Leben.

Lukas: Also bist du nun bei mir, weil ich zuvor keine Zeit für dich hatte? Stimmt, ich war bis vor einigen Jahren noch in meiner Heimat, spielte Klavier, sah meine Freunde regelmäßig und lebte am Meer. Aber jetzt sitze ich im Büro, mit Menschen, die ich erst neu kennenlernen musste und Menschen, die ich eigentlich nicht kennenlernen wollte. Und arbeite dort, wo ich nie arbeiten wollte. Mit Aufgaben, die ich nie erledigen wollte. Irgendwie fühlt sich alles so schwer an. Also, nicht das Lachen oder das Essen, das Feiern oder das Sonnen im Park. Es sitzt tiefer. Wenn ich mich freue, dann freue ich mich. Wenn ich scherze, dann scherze ich. Wenn ich etwas erledige, dann mit Motivation. Aber dennoch fühlt es sich rückblickend nicht tief genug an. Nicht real genug. Nicht ich selbst. Warum bist du hier?

Depri: Ich lebe schon sehr lange, länger als du. Länger als deine Eltern und ihre Eltern. Mich gibt es schon seit Beginn der Menschen. Ich kenne die Menschen. Und einige von ihnen durften und dürfen mich kennenlernen. Viele von ihnen ohne dass sie es wollen und die anderen ohne, dass sie es merken.

Lukas: Warte, du bist bei den Menschen, die dich nicht wollen und es merken? Ist das nicht falsch?

Depri: Lukas, du musst wissen, es gibt kein Falsch. Es gibt aber auch kein Richtig. Es gibt nur Entscheidungen. Welche, die dich glücklich stimmen und helfen und die, die dir eine Lehre sind. Also, warum bin ich hier. Warum bin ich bei dir?

Lukas: Genau, warum. Warum darf ich deine Anwesenheit genießen?

Depri: Du musst wissen, du hast mich gewollt, nicht ich dich. Aber ich helfe dir, das mache ich immer. Ich helfe immer, aber es wird schwer. Es wird aber auch voller tiefer Gefühle sein, genau wie du es wolltest. Also, lasse dich darauf ein. Willkommen auf unserer gemeinsamen Reise, mein Freund.

Lukas: Ja, ich möchte wieder fühlen, tiefer als zuvor, länger als zuvor. Nachhaltiger. Und ich möchte wieder reisen, Hauptsache nicht weiter auf einer Stelle tanzen.

Depri: Was sind deine Träume?

Lukas: Meine Träume? Mh, ich möchte gerne ein gutes Einkommen haben und angesehen werden von der Gesellschaft. Aber ich würde auch gerne wieder meine Leidenschaften für mich entdecken.

Depri: Okay. Ich schenke dir ein gutes monatliches Einkommen, dazu noch einen Job, den die Gesellschaft anerkennt und für gutheißt. Und am Wochenende darfst du wieder Klavier spielen oder Gedichte schreiben. Bist du zufrieden?

Lukas: Ja! Ja, das ist es! Das hört sich gut an und es fühlt sich so gut an. Danke.

1 Jahr später...

Depri: Hey alter Freund, melde dich. Wie geht es dir?

Lukas: Hey..

Depri: Was ist los? Wie geht es dir, nun sag schon?

Lukas: Ich bin Soldat geworden. Der Beruf ernährt mich und bezahlt mir tolle Kleider, außerdem werde ich als Soldat von vielen geschätzt. Ich lache am Arbeitsplatz. Habe Spaß und Abwechslung. Ich arbeite und lebe unter der Woche in Berlin. Das ist echt cool. Wenn ich am Wochenende nach Hause fahre, sehe ich meine alten Freunde wieder und wir gehen jedes Mal feiern. Das macht viel Spaß, das brauche ich auch, bei dem tristen Alltag unter der Woche.

Depri: Das klingt doch ganz .. okay. Was ist denn mit dem Klavierspielen oder Gedichte schreiben, zeig mal was.

Lukas: Klavier spiele ich schon lange nicht mehr. Ich kann kaum noch etwas spielen.. Und Gedichte? Du wirst keine von mir sehen können. Die Muse hat mich verlassen. Obwohl, ein kleines habe ich für dich:


Tiefe Wunden kommen

Langsam wieder hoch.

Die Stunden verronnen,

Fand mich damals Tod.


Leblose Seele,

Ich lag ganz still.

Eben diese Leere

Macht mich wild.


Ein Grund zur Trauer,

Und ich schreie.

In mir wird`s lauter,

Wäre gern leise.


Ein schalldichter Raum,

Ich falle nie raus.

Ich suche das Fenster

Doch es wird nicht heller.


Depri: Lukas, was schreibst du da. Du hast doch alles, was du damals von mir wolltest.

Lukas: Ich habe alles und doch nichts. Ich schreibe und doch verstehe ich mich nicht. Ich fühle und doch sind mir meine Gefühle fremd,. Sie stehen immer neben mir, aber wollen nicht zu mir zurück.

Depri: Also, was willst du dann?

Lukas: Ich möchte .. mehr, nein weniger. Nein, was möchte ich denn?

Depri: Du hast es also erkannt. Nun wird es Zeit, dass Du Dich erkennst.

Und so begann die Reise mit Lukas und der Depression. Sie nahm ihn mit, hielt seine Hand, zog ihn in eine Richtung, aus der es kein Entkommen mehr gab. Aber Lukas hat sie nun mal gerufen und das war der Preis dafür. Über 4 Jahre lang wanderten, liefen und ruhten sie überall dort, wo es wichtige Erfahrungen für Lukas zu lernen gab. Sie besuchten Menschen mit Wissen aus tausend Büchern über das Denken und Fühlen. Sahen Naturen, die mehr als Millionen Jahre alt waren und schlossen sich in Räumen ein, die kein anderer betreten durfte. Die Reise wird nicht enden. Noch lange nicht. Aber das ist auch nicht gewollt. Mit der Zeit spürte Lukas, dass die Depression wirklich nur Gutes für ihn wollte. Und so wurden sie nicht nur Bekannte, sondern viel mehr Freunde. Freunde für ewig. 

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